Was tun, wenn der Hund Gift gegessen hat?

Wenn der Hund Gift gefressen hat ist das ein akuter tiermedizinischer Notfall. Es gibt Gifte, die ziemlich schnell wirken und andere, die zeitversetzt wirken und schleichend innere Organe zerstören. Ohne entsprechende Maßnahmen durch den Tierarzt würde der Hund sehr wahrscheinlich schwere Schäden davontragen oder sogar sterben.

Hund Giftköder
Bild von derwesten.com

Leider gibt es auch viele Produkte und/oder Lebensmittel, die giftig für den Hund sind:

1. Zuhause

  • Medikamente
  • Reinigungsmittel, Waschmittel, Lösungsmittel, Farben, etc.
  • Zigaretten
  • Giftpflanzen, giftige Zimmerpflanzen
  • Dünger, Rasendünger, Blaukorn
  • Frostschutzmittel

2.    Lebensmittel

  • Schokolade bzw. Kakao
  • Knoblauch und Zwiebeln
  • Macadamianüsse wirken schädigend auf den Verdauungstrakt
  • Weintrauben und Rosinen können für Hunde giftig sein und zum Nierenversagen führen.

Es gibt viele andere Lebensmittel, die der Hund nicht verträgt bzw. nicht essen sollte. Diese vier sind nur die, die am gefährlichsten sind.

Hund Giftköder
Bild Tierarztpraxis Dr. Sommer

3.    Arzneimittel

  • antirheumatische Wirkstoffe wie Naproxen, Ibuprofen
  • Herz-Kreislauf-Mittel wie Betablocker, Caciumkanalblocker
  • Antiallergika wie Phenylephrine, Pseudoephedrine
  • Antidepressiva mit Wirkstoffen wie Fluoxetin, Citalopram, Escitalopram, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin
  • Schmerzmittel-Wirkstoffe wie Paracetamol 
  • Gassi-Gehen und Freilauf
  • Giftköder, Rattengift, Schneckenkorn
  • Dünger, Blaukorn, Herbizide, Insektizide, Fungizide, Pestizide
  • Giftpflanzen
  • Aufnahme von vergifteten Mäusen, Ratten, Maulwürfen, Spitzmäusen, Heuschrecken, Insekten, etc. die eine tödliche Dosis Gift in sich tragen
  • Kot von anderen Tiere, die mit Pharmazeutika oder auch Krankheitserregern kontaminiert sind.

Symptome

Vergiftungssysmptome können je nach Gift und Konzentration vielfältig und im Einzelfall sehr unterschiedlich stark auftreten

Symptome müssen nicht sofort während des Gassigehens oder danach auftreten: Je nach Giftsorte kann es Stunden oder sogar Tage dauern, bis sich eine Vergiftung bemerkbar macht.

  • Unruhe
  • Erbrechen, das Erbrochene mit evtl. schaumiger Konsistenz
  • Durchfall
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • blasses Zahnfleisch
  • ungewöhnliche Pupillengröße, entweder stark verengt oder auch erweitert
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhlgang
  • Krämpfe
  • anhaltentender oder immer wieder gezeigter Katzenbuckel oder Gebetsstellung
  • Muskelzittern
  • Lähmungserscheinungen
  • absinkende Körpertemperatur
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit
Hund Giftköder
Bild von haustier-news

Was tun?

WICHTIG: Kein Erbrechen herbeiführen!

  • Die Atemwege können bei dem geschwächten Tier blockiert werden
  • Es ist besser möglichst schnell den Tierarzt aufzusuchen. Der Tierarzt kann gegebenenfalls das Tier zum Erbrechen bringen und entsprechende Gegenmittel verabreichen.
  • vorher Proben des Giftes sichern und zum Tierarzt mitnehmen

Wenn die Giftaufnahme gerade erst erfolgt ist: mit Kohletabletten gegen die Giftwirkung

  • Wenn seit der Giftaufnahme nur wenig Zeit vergangen ist, sind Kohletabletten aus medizinischer Kohle bei Vergiftungen ein Mittel, das der Hundebesitzer selbst noch gegen die Giftwirkung einsetzen kann.

Wenn die Giftaufnahme schon länger zurück liegt und vielleicht gar nicht direkt beobachtet wurde

  • der Besitzer kann hier nur dafür sorgen, dass der Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt kommt 
  • Das Tier sollte zugedeckt und warmgehalten werden
  • falls der Hund Krämpfe hat muss er so hingelegt werden, dass er sich nicht verletzen kann, z.B. auf einer Decke in einer Mulde von Kissen

Vorbeugen mit einem Anti-Giftköder-Training

  • Selbstverständlich sollen alle gefährlichen Chemikalien müssen außerhalb der Reichweite des Hundes gelagert werden.
  • Trick üben: der Beutetausch. Hat man dem Hund in dieser Ausnahmesituation etwas besonders anzubieten, ein Super-Leckerli? Dann sofort anbieten und gegen das Unerwünschte tauschen. Dies muss natürlich auch vorher geübt werden.
  • Wenn unterwegs: Sich vor Essbaren Sachen hinsetzten als eine Art „schau mal was ich gefunden habe“. Auch hier heißt es: üben!
  • Notfalls: Während des Trainings einen Maulkorb anziehen!
  • Wenn du mehr über das Training wissen willst, schreibe mir gerne eine E-Mail!
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