Unterschied zwischen Hundetrainer und Verhaltensberater

Wenn man das Wort „Hundetrainer“ sagt, denkt man direkt an diesen Fernsehprogrammen, wo die Hunde in nur ein paar Minuten deren Verhalten komplett geändert haben und die Hundetrainer als „Held“ angesehen werden.

Als ich meinen Freunden und Familie erzählt habe, ich möchte Verhaltenstherapie und -beratung studieren, haben mich viele gefragt warum ich „Hundetrainerin“ werden möchte…Es gibt ja schon so viele…

Ziel von beiden Berufe ist es, ein besseres und entspanntes Leben für das Mensch-Hund Team zu ermöglichen. Aber was ist nun der Unterschied zwischen Hundetrainer und Verhaltensberater?

unterschied hundetrainer und verhaltensberater

(Beide Abschnitte habe ich aus der Internet Seite von der ATN, eine Online Schule, wo ich selber Verhaltenstherapie und -beratung studiere).

Hundetrainer:

„Als Hundetrainer betreuen Sie vor allem Familienhunde und deren Halter. (…) Die Hunde sollen sich in den Alltag integrieren, freundlich und respektvoll mit ihrem Umfeld umgehen und sich gut von ihren Haltern lenken lassen. Dabei nehmen Hunde ihre Umwelt häufig anders wahr als ihre Halter. Sie empfinden unterschiedliche Dinge als interessant oder bedrohlich und möchten beim täglichen Spaziergang ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen. (…) Es ist daher ein ganz wesentlicher Teil Ihrer Ausbildung zu lernen, das Ausdrucksverhalten der Hunde wissenschaftlich fundiert zu interpretieren, die grundlegenden Emotionen zu verstehen und das Lernverhalten so stark zu verinnerlichen, dass Sie es sinnvoll anwenden können.”

“Dabei ist es entscheidend zu verstehen, dass es zunächst der Halter ist, der sich an Sie wendet. Ihre Aufgabe ist es also, nicht nur dem Hund, sondern auch dem Menschen gerecht zu werden. Es ist wichtig, dass dieser sich gut aufgehoben fühlt und das Gefühl entwickelt, bei Ihnen optimal betreut zu werden. (…)”

unterschied hundetrainer und verhaltensberater

Verhaltensberater:

„Im Zentrum (…)  steht der Hund zunächst als Art, mit ihren allgemeinen biologischen Grundlagen, Bedürfnissen und Besonderheiten. Doch kein Hund gleicht dem anderen. In der nächsten Phase (…)  stehen dann die individuellen und ontogenetischen Besonderheiten im Vordergrund. Die Themen Persönlichkeit, Befindlichkeit, Emotionen und ihre Erscheinungsformen im Ausdrucksverhalten beim Tier sind in den letzten Jahren ganz massiv in den Fokus der verhaltensbiologischen Forschung getreten und stellen einen zentralen Themenkreis Ihrer Ausbildung dar.“

„Doch in den allerseltensten Fällen haben es Verhaltensberater allein mit einem Hund zu tun. In der Regel sind es die Halter oder im Falle von Tierschutzhunden die Betreuer eines Hundes, die sich wegen einer oder mehrerer problematischer Verhaltensweisen an den Verhaltensberater wenden. Es gilt, die Informationen, die Sie von diesen Personen erhalten, mit Ihren Beobachtungen abzugleichen, zu nivellieren und in Einklang zu bringen. (…)“

„Denn eine Ihrer Hauptaufgaben wird es sein, zu unterscheiden, ob ein Verhalten, das vom Halter als “problematisch” beschrieben wird, eine echte Verhaltensstörung ist oder ein Normalverhalten, welches aber von der Bezugsperson missverstanden oder nicht akzeptiert wird. Möglicherweise hat der Klient selbst, wenn auch unwissentlich, dieses Verhalten antrainiert. Möglicherweise deckt sich das Verhalten auch nur nicht mit den Erwartungen oder Wünschen des Halters und wird daher als “problematisch” empfunden.“

unterschied hundetrainer und verhaltensberater

Wenn man beide Definitionen betrachtet, erkennt man schnell, dass die Ausbildung zur „Hundeverhaltensberater“ eher in die Wissenschaftliche Richtung geht, während die Hundetrainer Ausbildung in die praktische Richtung geht.

Außerdem, werden bei beiden Berufe beschrieben, dass man eher mit den Menschen arbeitet, als mit dem Hund! Viele werden Hundetrainer oder Verhaltensberater, weil sie unbedingt mit Hunden arbeiten möchten, aber ein Großteil der Arbeit ist wirklich nur mit dem Besitzer.

Was ist nun besser, Hundetrainer oder Verhaltensberater?

–> Das ist ganz individuell!

Ich habe mich für Verhaltensberatung entschieden, denn da ich Tiermedizinische Fachangestellte bin, interessiere ich mich eher für die medizinische und wissenschaftliche Seite. Was ist, woher und wie entsteht Verhalten. Welche Nerven, Hormone, Organe, etc werden davon betroffen, wenn ein bestimmtes Verhalten auftritt… Das ist extrem umfangreich und faszinierend!

Ich hoffe ich konnte nun kurz erklären was der Unterschied zwischen Hundetrainer und Verhaltensberater ist. Falls ihr Fragen habt, auch bezüglich der Ausbildung in sich, könnt ihr natürlich immer bei mir melden!

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