Mobbing unter Hunde – und warum meine nicht mit jedem Hund spielen dürfen

Mobbing ist bei Tieren, die in Gruppen leben, nicht ungewöhnlich. Auch bei uns Menschen ist es normal. Das beste Beispiel ist mit unseren Geschwistern, es wird gezankt, gemobbt, aber wir sind trotzdem eine Gruppe, eine Familie.

Mobbing unter Hunde

Was ist Mobbing?

Mobbing unter Hunden ist, wenn sich mehrere Hunde zusammenschließen und ein anderes bedrängen, scheuchen und attackieren. Dies tritt besonders dann auf, wenn mehrere Hunde sich regelmäßig treffen und sich sehr gut kennen. Kommen dann weitere neue Hunde hinzu, werden diese oft von der ganzen Gruppe belästigt oder verjagt. Das kann, wie ihr euch schon denken könnt, zu einer gefährlichen Situation werden.

Gruppenbildung, auch wenn sie nur vorübergehend ist, führt zu Vertrautheit. Kommen andere zu der Gruppe hinzu, so sind sie automatisch weniger vertraut. Die normale Reaktion auf fremde Artgenossen ist Vorsicht. Das größte Problem ist, dass in einer Gruppe diese individuellen Reaktionen auf fremde Artgenossen durch Stimmungsübertragung sich potenzieren. Es reicht schon, wenn ein einziges Mitglied der Gruppe erregt auf den fremden Artgenossen reagiert. Alle anderen Mitglieder werden mitmachen.

Viele Hundebesitzer halten dies für eine „natürliche Rangordnung“, das typische „sie klären das schon unter sich“. Für das gemobbte Tier jedoch bedeutet aber hohen Stress mit verschiedenen Auswirkungen.

Auf Spaziergänge treffen wir viele Hundebesitzer. Manche Hunde sind an der Leine, andere nicht. Die, die nicht angeleint sind, sind aber nur zu 70% gut abrufbar… Das heißt, viele Hunde kommen auf uns zu. Selbst wenn wir Fahrrad fahren und die Hunde das Fahrrad ziehen!

Wenn ich sage, ich möchte weiter und sie sollen ihren Hund anleinen, werde ich doof angeguckt. „Warum lasse ich bloß meine Hunde nicht spielen. Die wollen sich ja schließlich kennenlernen.“

Mh… Stimmt das?

Meine Antwort ist ein klares NEIN!

Hunde, die sich nicht kennen, werden nicht automatisch wunderbar miteinander spielen! Sie lernen sich erstmal kennen. Wenn beide sympathisch sind, werden die erste Spielversuche (!) gestartet. Die Betonung liegt auf Versuche, denn die Hunde sind trotzdem sehr vorsichtig, obwohl sie das vielleicht nicht direkt zeigen. Sie wissen nicht wie weit sie mit Hund B gehen können. Vielleicht will Hund C nicht gejagt werden, vielleicht will Hund D nur schnuppern…

Hunde können nur richtig spielen und alles wirklich genießen, wenn sie den anderen Partner vertrauen und gut kennen.

Außerdem finde ich auch gut, dass meine Hunde lernen, nicht zu jedem Hund laufen zu dürfen und, dass nur weil er Hund an uns vorbei geht, dass sofort angehalten wird und wir unsere ganze Aufmerksamkeit einem fremden Hund schenken…

Wie seht ihr das? Schreibt mir gerne einen Kommentar, oder per E-Mail oder auf Instagram!

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