Bewältigungsstrategien bei Stress – Die 4 F’s

Was passiert eigentlich mit unseren Hunden, wenn sie gestresst sind? Hast du schonmal deinen Hund beobachtet in einer stressigen Situation? Was macht er? Wie verhält er sich?

Viele werden jetzt sagen, der Hund legt sich sofort hin, oder er macht sich klein, leckt sich über die Schnauze, etc. Diese Aktionen haben einen Namen, und zwar Beschwichtigungssignalen und die gehören zu den Bewältigungsstrategien, worüber ich heute sprechen möchte.

Bewältigungsstrategien bei Stress

Stress-Typen unterscheiden

Man kann Stress bei Hunden in „aktive und passive Stress Typ“ unterteilen.

Der aktive Stress-Typ wird unruhig, bewegt sich schneller, versucht zu fliehen oder zu kämpfen, oder er zeigt hektisches Übersprungsverhalten oder Spielaufforderungen. (Zu dieser Gruppe gehört übrigens mein Hund, Olaf).

Der passive Typ wirkt gehemmt. Er wird unter Stress langsamer und ruhiger. Daher wird sein Befinden oft ignoriert.

Willst du wissen woher du erkennen kannst, ob dein Hund gestresst ist oder nicht? Dann schaue dir diesen Blogpost an. Da nenne ich die Hauptsymptome von Stress!

Die 4 F’s

Wenn man von Bewältigungsstrategien spricht, denkt man sofort an die „4 F’s“. Das sind Strategien, die in 4 Kategorien eingeordnet werden können.

  • Fight (Aggression)
  • Flight (Flucht)
  • Freeze (Einfrieren)
  • Flirt (Deeskalation)

Zu „Fight“ gehören alle Verhaltensweisen des Drohens (zum Beispiel starres Anschauen, verengte Augen, Heben der Lefzen, Schnappen, einmaliges oder wiederholtes beißen, Knurren, drohendes Bellen) und des Angriffs (zum Beispiel Vorschießen, Anspringen, Festhalten, Schütteln).

Unter „Flight“ werden Ansatzbewegungen wie Kopfabwenden, Orientierung zum Ausgang, Verstecken (auch hinter dem Halter), Weggehen, Leineziehen vom Auslöser weg, eine kurze Strecke Ausweichen zusammengefasst.

Bewältigungsstrategien bei Stress

Das “Freeze” erfolgt meist mit einer gewissen Muskelspannung. Die Hunde können in ganz unterschiedlichen Körperhaltungen einfrieren.

Das “Flirt” beinhaltet verschiedene Verhaltensweisen, die zum einen dem Hund ein Ventil geben („Abreagieren“ durch Rennen oder Spielen, Übersprungshandlungen) oder die dazu dienen, das Gegenüber zu besänftigen. Zu solchen deeskalierenden Verhaltensweisen gehören:

  • Das Begrüßungsverhalten
  • Spiel (großer Unterschied zu einem harmonischen Spiel. Hier schneller und hektischer)
  • Beschwichtigungssignale
  • Sehr aufdringliche freundliche Kontaktaufnahme
Bewältigungsstrategien bei Stress

Was viele Hundehalter falsch interpretieren:

Verhaltensweise der Kategorie „Flirt“ zeigen nicht an, dass der Hund sich freut! Sie sind Hinweise auf Stress und Versuche des Hundes, die bedrohliche Situation zu bewältigen.

Ein weiteres großes Problem ist, dass manche Menschen versuchen, die Handlungsbereitschaft des Hundes zu unterdrücken, sobald sie ein Ansatzverhalten sehen. Was aber passieren wird, ist, dass die Zurechtweisung eher eine Verschlimmerung der Verunsicherung des Hundes und seiner inneren Erregung bewirkt.

Wann und warum wählt der Hund eine bestimmte Kategorie?

Warum neigt ein Hund manchmal zum Einfrieren, in anderen Situationen eher zum Angriff oder zur Flucht? Die Wahl der Kategorie ist abhängig von:

  • Der Persönlichkeit des Hundes, beruhend auf genetischen (auch rassenbedingten) Faktoren und seinen allgemeinen Erfahrungen.
  • Seinen Erfahrungen mit ähnlichen Situationen.
  • Den Möglichkeiten in der Situation: Ist es möglich auszuweichen?
  • Dem Verhalten und der Stimmung des Halters.
  • Dem Alter des Hundes.
Bewältigungsstrategien bei Stress

Wenn auch du Problem hast mit einem gestressten Hund, würde ich auch jeden Fall empfehlen professionelle Hilfe zu suchen. Wir kennen von uns selbst, gestresst zu sein kann auch gesundheitsschädlich sein.

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